- Vorzeit
Zahlreiche Hügelgräber ringsum und in der Gemarkung zeugen von jahrtausendealter Besiedlung. In geöffneten Gräbern fand man zwei Lanzenspitzen, eine Dolchklinge, zwei Spiralnadeln, eine Nadel, ein Diadem und einen Schlüssel.
- 1274
Erste Erwähnung des Nachbardorfs „Bettelenstokhusen“ – Bettler-Stockhausen, im Unterschied zu Kirchstockhausen, dem heutigen Stockhausen. Später wird daraus „Bedelsdorf“ (an anderer Stelle auch „Bedelsburg“).
- 1287
Älteste urkundliche Erwähnung: Als „Stochusen“ wird der Ort genannt, als zur Gründung des Klosters Blankenau Güter und Einkünfte in Stockhausen gestiftet werden.
- 1324
Eine Urkunde im Archiv in Lauterbach nennt den Ort „Kirchststoghußen“ – zur Unterscheidung vom benachbarten Bettler-Stockhausen.
- 1428
Stockhausen ist alter Sitz eines Hoch- oder Blutgerichts. Die Junker Riedesel übernehmen das Gericht Stockhausen.
- 1465
In der Fuldisch-Riedeselschen Fehde, auch Steinsche Fehde genannt, werden Stockhausen und Schadges für neutral erklärt – Kloster Blankenau und die Riedesel haben hier beide Besitz. Die meisten anderen Orte des Stockhäuser Gerichts werden zerstört. Wer nach Stockhausen geflohen ist, muss bleiben und dort bauen; das Dorf wächst.
- 1534
Die zerstörten Dörfer liegen noch immer wüst. Der Propst von Blankenau beschwert sich über die Riedesel, die dem Kloster Abgaben und Frondienste entzogen haben.
- 16. Jh.
Adolph Hermann Riedesel lässt die Hermannsburg erbauen, den Vorgängerbau des heutigen Schlosses.
- 1603
Gründung der Freischule.
- 1680
Die Riedesel werden in den Freiherrenstand erhoben.
- 1770
Baubeginn des barocken Schlosses auf den Mauern der Hermannsburg, unter Baumeister Georg Koch für Friedrich Georg Riedesel.
- 1801–1807
Das Schloss wird mit weiteren Umbauten fertiggestellt.
- 1841
Gründung des ersten Kindergartens im damaligen Großherzogtum Hessen – des ältesten Dorfkindergartens dort.
- 1846–1849
Neubau der evangelischen Kirche als neuromanische Saalkirche anstelle eines älteren Gotteshauses; Einweihung 1849. (Zum Baubeginn nennen die Quellen 1846 oder 1847.)
- 1852
Stockhausen gehört nun zum Kreis Lauterbach in der Provinz Oberhessen.
- 1874
Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Stockhausen.
- 1880
Gründung der Spar- und Darlehenskasse Stockhausen.
- 1894
Gründung des Gesangvereins „Germania“ als Männergesangverein.
- 1899
Ein Großbrand zerstört im Nordosten des Dorfes 22 Wohn- und 33 Nebengebäude. Im selben Jahr wird der Obst- und Gartenbauverein Stockhausen gegründet.
- 1900
Gründung des gemischten Chores „Germania“. Das Bürgerliche Gesetzbuch löst die Riedesel’schen Verordnungen ab, die bis dahin als Sonderrecht galten.
- 1920
Gründung des Sportvereins Stockhausen.
- 1946
Neugründung des Sportvereins Stockhausen.
- 1970
Für den Ausbau der Ortsdurchfahrt kauft die Straßenbauverwaltung Häuser zum Abriss an. Die Straße soll geradlinig über die im Vorjahr gebaute Brücke führen.
- 1972
Am 1. August wird Stockhausen im Zuge der hessischen Gebietsreform Ortsteil der Stadt Herbstein.
- 1981
Stockhausen gehört nun zum Regierungsbezirk Gießen.
- 2026
Ab 5. Oktober wird die Ortsdurchfahrt gemeinsam mit HessenMobil grundhaft erneuert – Fahrbahn, Gehweg und Teile der Versorgungsleitungen.